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Jüdische Hochzeit

Die Ehe wird im Judentum als wesentliche Grundlage für eine gesunde Existenz und als Mittel gegen die Einsamkeit betrachtet. Jeder, der keine Frau hat, wird ohne Freude, ohne Glück, ohne Seligkeit leben, dies kann man im Talmud (Shisha Sedarim – auch Sechs Ordnungen genannt) lesen. Verweigert man sich der Fortpflanzung, so gilt dies als Sünde.

Da die Eheschließung für die Braut und den Bräutigam einen Neubeginn bedeutet, den Anfang einer Reise, hat sich die Tradition herausgebildet, am Hochzeitstag zu fasten, um die Vergebung der begangenen Sünden zu erbitten.

Von einem Rabbiner wird die Hochzeitszeremonie geleitet und wird meist im Freien durchgeführt, um den Segen Gottes zu erhalten. Sie findet unter der sog. Chuppa statt. Dies ist ein von vier Stangen gehaltener Hochzeitsbaldachin aus verzierter Seide, Samt oder Satin.

Der Bräutigam trägt unter dem Baldachin ein einfaches weißes Kleid, dies soll ein Ausdruck von Reinheit darstellen, was den Mann aber ebenso auch an Ehrlichkeit im neuen Lebensabschnitt erinnern soll. Von einem Schleier verhüllt erscheint die Braut. Dies soll ihr vollstes Vertrauen zu ihrem zukünftigen Mann zeigen.

Anders als bei den uns bekannten Hochzeitsritualen sind bei einer jüdischen Hochzeit zwei männliche Zeugen anwesend. Diese dürfen nicht mit dem Paar verwandt sein. Jetzt wird der eigentliche Rechtsakt vollzogen, indem der Bräutigam der Braut den Ring überstreift.

Im Anschluss verliest der Rabbiner den Ehevertrag. Mit der sog. Ketubba verpflichtet sich der Mann seine Frau zu kleiden, zu ehren, zu ernähren und ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Nun folgt die eigentliche Eheschließung. Der Rabbiner spricht die sieben Hochzeitssegenssprüche, und wiederum trinkt das Brautpaar je einen Schluck Wein. Am Ende der Zeremonie zerbricht der Bräutigam ein Glas. Dies soll an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erinnern.

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